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Haus der Offiziere

Das so genannte Haus der Offiziere und Teile der Infanterieschießschule sind die Reste, die von dem Militärstandort Wünsdorf, ca. 50 km südlich von Berlin, übriggeblieben sind. Militärische  Infrastruktur existiert hier seit dem Kaiserreich. Während der Nazizeit saß hier das Oberkommando des Heeres und nach Ende des 2. Weltkriegs residierte die Sowjetarmee in dem zur verbotenen Zone erklärten Ort (einige Stichworte zur Geschichte hier). 1994 sind die Kasernen, Bunker und Anlagen von den Militärs verlassen und seitdem nach und nach größtenteils in ansprechende Wohnanlagen in schöner Umgebung („Waldstadt“) umgewandelt worden. Auch das „Haus der Offiziere“ hat mittlerweile ein privater Investor erworben und das Gelände steht ebenfalls vor seiner Konversion. Über „go2know“, Leute, die Zugang zu „lost places“ organisieren, konnte ich im Mai 2017 noch einen Tag lang hier fotografieren. Gerne wäre ich 20 Jahre früher vor Ort gewesen. Vieles ist doch schon sehr vermodert und die Räume sind mittlerweile ausgeräumt. Auch die Relikte der letzten, sowjetischen Militärnutzung sind bereits verblasst. Spektakuläres war also nichts mehr zu entdecken. Was bleibt ist eine Atmosphäre, die eingerahmt in eine schlossähnliche Architektur der Kaiserzeit eine Ahnung davon vermittelt, wie die militärischen Führungskasten totalitärer Systeme nur die Symbole an den Wänden ändern müssen, um in einem recht angenehmen Ambiente zu befehlen und sich vom Befehlen zu erholen. Fotografisch lassen sich, teils verbunden mit dieser Vergangenheit, teils abstrahiert von alledem, Facetten einer Ästhetik des Verfalls entdecken, die ihren eigenen Reiz besitzen.

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