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Gießen an der Lahn

 

Gießen selbst ist ein elendes Nest, worin auch nicht eine schöne Straße, beinahe kein einziges schönes Gebäude hervorragt, wenn man das Zeughaus und das Universitätsgebäude ausnimmt. (Friedrich Christian Laukhard, 1757 – 1822) / In Gießen bekommt man bald Langeweile, wenn man nicht Student ist oder die Bildnisse der Landgrafen und 112 Professoren im Universitätsgebäude studieren will, und da rate ich zu einem Ausflug. (Karl Julius Weber, 1767 – 1832). / Die Stadt ist abscheulich (…), eine hohle Mittelmäßigkeit in allem. (Georg Büchner, 1813 – 1837)

So schlimm, wie es die historischen Zeitgenossen aus dem 18. und 19. Jahrhundert beschreiben, ist es heute nicht mehr. Gießen ist eine Studierendenstadt mit Universität und Fachhochschule und einer durchaus lebendigen Kulturszene. Das historische Stadtbild ist leider weitgehend den Bomben des Zweiten Weltkriegs zum Opfer gefallen. Heute ein eigenes Gesicht der Stadt zu finden ist schwierig; erst seit etwa 10 oder 15 Jahren lassen sich Bestebungen erkennen, in der Stadt wieder charakterisitische Akzente zu setzen. Dennoch besitzt Gießen "etwas", dem nicht wenige erliegen, die einmal hier angespült werden. Das hat sicher mit der Lage zu tun - zentral in Deutschland, zwischen dem nahen, aufregenden Frankurt und dem noch näheren und beschaulichen Marburg, inmitten einer reizvollen Mittelgebirgslandschaft. Zum anderen ist es wohl die Melange aus der bereits eine Ahnung von Stadt aufkommen lassenden Einwohnerzahl (ca. 80.0000 ), der bei solcher Größe gut ausgebildeten sozialen Netzwerke und der studentischen Lebensart, die einen provinziellen Mief weitgehend verhindert.

[Zu Gießen gehören auch die Portfolios zu den Gail´schen Tonwerken, zum alten Schlachthof und zu den alten Waggonhallen.]

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